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05.11.2020
LESEREIHE | Marcel Cremer und die AGORA

Gerade ist das Buch “Marcel Cremer und die AGORA – Ein Lesebuch zum Theater der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens” veröffentlicht worden. Ensemblemitglieder und Freunde des Theaters lesen aus diesem Anlass Auszüge aus dem im Verlag “Theater der Zeit” erschienenen Buch vor. So entsteht eine Lesereihe, die wir in diesem Artikel “peu à peu” mit euch teilen wollen.


"Marcel Cremer und die Agora
Ein Lesebuch zum Theater der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens"

Herausgegeben von AGORA Theater und Christel Hoffmann

Verlag: "Theater der Zeit"

352 Seiten - 20 Euro

05.11.2020
LESEREIHE | PART 25 | Nikita Zolotar

Nikita liest heute einem ziemlich aufmerksamen Zuhörer als Gute-Nacht-Geschichte einen Text aus “Marcel Cremer und die AGORA” vor.

 


Nikita absolvierte ein Studium als Schauspieler für Kino und Drama-Theater an der weißrussischen staatlichen Akademie der Künste Minsk. Von 2014 bis 2016 war er Tontechniker im Korniag Theater und im Republikanischen Theater der Weißrussischen Dramaturgie (RTBD) Minsk.

 

Nikita ist seit 2018 Ensemble-Mitglied. Die Geschichte dazu kann man als romantisch bezeichnen: Nikita kam zum ersten Mal 2014 mit dem Korniag Theater/Minsk zum Internationalen TheaterFest nach St.Vith, wo er seine jetzige Frau kennen lernte. Nach zwei Jahren zog er zu ihr nach St.Vith, lernte deutsch, und 2018 lenkte seine Sehnsucht nach Theater ihn ins Büro der AGORA, um seine Fähigkeiten als Ton-Techniker anzubieten.

 

Dabei blieb es nicht: bald darauf wurde er als Spieler für Die drei Leben der Antigone - AGORA Theater (Regie Felix Ensslin) angeheuert.


Momentan ist er neben Sascha Bauer und Matthias Weiland der dritte Spieler für die kommende Inszenierung "Die weisen Tiere" (Premiere am 4. März 2021 in St.Vith).

05.11.2020
LESEREIHE | PART 24 | Wellington Barros

Wellington Barros, der heutige Leser aus “Marcel Cremer und die AGORA”, ist seit 2017 Ensemblemitglied.

Er hat als musikalischer Leiter in der Inszenierung "Animal Farm - Theater im Menschenpark" von Felix Ensslin angefangen und ist seitdem bei fast allen Stückentwicklungen dabei; in der Inszenierung "Hannah Arendt auf der Bühne" von Ania Michaelis in mehreren Funktionen: als musikalischer Leiter und Komponist und als Musiker und Spieler auf der Bühne. Einen Eindruck von den Proben zu diesem Stück vermittelt ein Beitrag des BRF.

 

2019 erhielt Wellington als musikalischer Leiter des theaterpädagogischen Projekts des AGORA Theaters "Meine Stimme" den für das Unterrichtswesen verliehenen Preis der Königin Paola.

 

Bei der Entstehung der Ensemble-Produktion "Die drei Leben der Antigone" von Slavoj Žižek (Regie Felix Ensslin) hat Wellington gleich 10 Spieler*innen unter seine Fittiche genommen.

Momentan ist er musikalischer Leiter bei den Proben für "Die weisen Tiere" mit den beiden Co-Regisseurinnen Catharina Gadelha und Ania Michaelis.


Wellington studierte lyrischen Gesang an der Universität von Brasília (Brasilien) und absolvierte zwei Master-Studiengänge als Chorleiter am Königlichen Konservatorium in Brüssel.
Voilà, hier seine Lesung "Ich mag die Künstler, die..."

 

05.11.2020
LESEREIHE | PART 23 | Ninon Perez

In unserem heutigen Video liest Ninon Perez aus dem Buch “Marcel Cremer und die AGORA”: Zuerst die Arbeit, dann das Spiel! Und was, wenn arbeiten auch spielen wäre?

 

 


Ninon Perez probt gerade mit vollem Einsatz für das kommende Klassenzimmerstück "Die seltsame und unglaubliche Geschichte des Telemachos". Sie springt, fällt, rennt und bewegt sich mit viel Körperlichkeit über die Probebühne des AGORA Theaters in St.Vith - Muskelkater mit einbegriffen. Mehr zu ihrem neuen Solo erfahrt ihr in der nächsten Woche.

 

Ninon ist 2017 zum AGORA Theater gekommen und hat hier als Zweitbesetzung neben Leila Putcuyps die Rolle der wilden "Plug" in "Die Geschichte eines langen Tages" gespielt. Des Weiteren ist sie in ‘'Hannah Arendt auf der Bühne'' von Ania Michaelis als kleine Hannah zu sehen, eine Rolle die sie sich mit Galia De Backer erarbeitet hat und teilt. In die ‘'Die drei Leben der Antigone'' von Felix Ensslin spielt sie Haimon, den Bräutigam von Antigone.


Ninon Perez wohnt in Brüssel, kann aber eigentlich nur selten zu Hause sein, sie spielt ja nicht nur bei der AGORA...

 

05.11.2020
LESEREIHE | PART 22 | Leila Putcuyps

Mesdames et Messieurs: heute setzt Leila Putcuyps die Reihe der Lesungen aus “Marcel Cremer und die AGORA” fort.


Leilas erste Premiere mit der AGORA war 2012 in "Strandgut". 2014 spielte sie - in Anlehnung an eine Mandarin-Ente - Mrs. Loretta Waddle in "Die Harmonie der Gefiederten", abwechselnd mit Annika Serong die Frau von Michael Kohlhaas in "Heute:Kohlhaas", 2015 "Die Geschichte eines langen Tages" und 2018 "Roi Dragon". In diesem Jahr war sie zudem gemeinsam mit Line Lerho Künstlerische Leiterin des 29. Internationalen TheaterFests.

 

Leila wohnt in Brüssel und spricht muttersprachlich englisch, vatersprachlich flämisch, peergroupsprachlich französisch und agorabedingt deutsch.


Momentan ist sie Regieassistentin von Catharina Gadelha und Ania Michaelis bei "Die weisen Tiere".

05.11.2020
LESEREIHE | PART 21 | Eno Krojanker

“Sie sind Horacio” – Eno Krojanker liest aus dem Buch “Marcel Cremer und die AGORA”.

 

Französischsprachiger Brüsseler sein und mit der deutschsprachigen AGORA zusammenarbeiten ? Seit 2004 hat Eno entschieden, dass dies absolut kein Problem darstellt. Er spielte in "Irgendwo", in "Die Kreuzritter", in "Pferd aus Blau", "Zwei unzertrennliche Feinde", "Wanted Hamlet", "Kohlhaas" und in "Animal Farm - Theater im Menschenpark".

 

Eno ist bald in "Die Kreuzritter" zu sehen: die Inszenierung aus dem Jahr 2005 wird am 1. Februar 2020 um 19.30 Uhr im Rahmen der AGORA-Vorstellungsreihe in Brüssel im Theater "Montagne Magique" als außerordentliche Vorstellung aufgeführt.


Eno erhielt übrigens den Preis für den besten aufstrebenden männlichen Künstler beim Prix de la Critique Théâtre-Danse 2006.

05.11.2020
LESEREIHE | PART 20 | Tina Jücker

Heute liest Tina Jücker den Text “Die Haifischkatze” aus dem Buch “Marcel Cremer und die AGORA”.

 

 

 

Tina leitet mit Claus Overkamp seit 1993 das Theater Marabu in Bonn. Im Buch erinnert sie sich mit Claus an Proben und Improvisationsaufgaben mit Marcel für die Marabu-Stücke "Das Wasserkind" (1997), "Zwei unzertrennliche Feinde" (2001) und eben "Die Haifischkatze" (2003).


Tina war Spielerin in "Die Rabennacht" (2002), einer Koproduktion von AGORA und Theater Marabu.

05.11.2020
LESEREIHE | PART 19 | Catharina Gadelha

Die heutige Lesung aus “Marcel Cremer und die AGORA” kommt von Catharina Gadelha. Es geht um Narben versus Knutschflecken/Pickel und was das mit Theater zu tun hat.

 


Catharina ist Tänzerin (u.a. "Bestes deutsches Tanzsolo" im Jahr 1997 bei euro-scene Leipzig) Ballettpädagogin und Choreografin. Spätestens seit 2002 ist sie mit dem AGORA Theater verbunden, als sie Marcel bei "Die Rabenfrau" als Choreografin assistierte.

 

Weitere Inszenierungen, bei denen sie Choreografin war, sind "Flugversuche" (2014), "Die Harmonie der Gefiederten" (2014), "Die Geschichte eines langen Tages" (2015), "Hannah Arendt auf der Bühne" (2019) und "Animal Farm - Theater im Menschenpark", wo sie 2017 zum ersten Mal auch als Spielerin die AGORA-Bühne betrat, in der Rolle der Nachfahrin des tragischen Esels Benjamin.


Momentan ist Catharina Gadelha bei den Proben für "Die weisen Tiere" in St.Vith. Catharina führt in dieser Produktion zum ersten Mal Regie für das AGORA Theater, und zwar gemeinsam mit Ania Michaelis, die in der ersten Lese-Staffel am 12.5. hier vorgestellt wurde.

05.11.2020
LESEREIHE | PART 18 | Helga Kohnen

Helga Kohnen, Gründungsmitglied der AGORA, macht liest in Part 18 unserer digitalen Lesereihe vor einem Straßenschild mit einem speziellen ostbelgischen Ortsnamen die Geschichte von Peter H. und Elisabeth H. aus “Marcel Cremer und die AGORA”.

 

 

Helga Kohnen war 1980 Gründungsmitglied des AGORA Theaters. Sie spielte mit bei "Martha, die letzte Wandertaube" (1981), "Baal" (1983), "Aquarium" (1985), "Schnarchen Steine nachts" (1988), "Der stumme See" (1992), "Irgendwo/Quelque Part" (1993), "Der weiße Dampfer/Le Blanc navire" (1994), "Die Kartoffelsuppe/La soupe à la patate" (1999).

 

Helga war Spielerin, Autorin und Theaterpädagogin bei der AGORA und gleichzeitig Lehrerin und später Schulleiterin an einer Grundschule.
Sie arbeitete an mehreren Theaterstücken als Co-Autorin mit Marcel Cremer und als Übersetzerin.
2010 erteilte ihr das Unterrichtsministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens einen Sonderauftrag als leitende Theaterpädagogin, und sie legte bis 2014 die Grundsteine für das theaterpädagogische Konzept der AGORA.

 

Seit 2015 lebt sie in einem Ruhestand, der den Namen eher nicht verdient. Sie arbeitet u.a. als Workshopleiterin und als Leiterin und Regisseurin der Jungen AGORA. Dort hat sie Regie geführt bei: "Kohlhaas' Töchter", "Der Fuchs der den Verstand verlor", "La Linea", "Geschichten um Robin Hood", "Heimatklänge". "Heimatklänge" war in diesem Jahr für das leider ausgefallene Theatertreffen der Jugend in Berlin nominiert.


Hier ist ein sehens- und hörenswerter Beitrag des BRF über Helga Kohnen.

05.11.2020
LESEREIHE | PART 17 | Anna Robic

Die heutige zweisprachige Lesung aus “Marcel Cremer und die AGORA” stammt von Anna Robic, dem jüngsten Ensemblemitglied der AGORA.

Anna liest einen Auszug aus "Die Sprache bei ihren Worten nehmen", dem Beitrag von Luna Ali für das Buch "Marcel Cremer und die AGORA".

 

 

Anna's Debut auf den AGORA-Bühnenbrettern war 2016 in "Robin Hood", einer Inszenierung der Jungen AGORA unter der Regie von Helga Kohnen - da war Anna 14 Jahre alt. 2018 spielte sie mit in "Heimatklänge", ebenfalls eine Produktion der Jungen AGORA, die 2020 für das (leider ausgefallene) Theatertreffen der Jugend in Berlin nominiert war.

 

2019 besetzte Regisseur Felix Ensslin die mittlerweile 17jährige Anna in der Rolle der dritten Antigone in "Die drei Leben der Antigone" von Slavoj Žižek. Anna verkörpert eine junge, zeitgenössische Teenager-Antigone. Sie ist die Hoffnung der Familie, die sich gleichzeitig abgeklärt und görenhaft über die obskuren Verwandtschaftsverhältnisse und die seltsamen Familientreffen ihrer Labdakiden-Sippe auslässt.

 

Die Premiere von DIE DREI LEBEN DER ANTIGONE in St.Vith und die Deutschlandpremiere beim Koproduktionspartner FFT Düsseldorf war im Januar 2020.

05.11.2020
LESEREIHE | PART 16 | Claus Overkamp

2. Staffel, 2. Lesung aus “Marcel Cremer und die Agora”!

Claus Overkamp zitiert hier ein Gedicht von Marcel aus dem Jahr 1999.

 

 

Claus leitet mit Tina Jücker das Theater Marabu in Bonn. Beide waren eng mit Marcel Cremer verbunden und haben u.a. in seiner Regie vier Inszenierungen für Marabu entwickelt. Claus Overkamp war der erste Regisseur „von außen", der nach dem Tod von Marcel beim AGORA Theater Regie geführt hat.

 

«HEUTE: Kohlhaas» ist im Dezember 2011 zur Premiere gekommen und wurde von Theater Marabu koproduziert.


Anlässlich der Premiere hat der BRF ein Interview mit Claus Overkamp geführt, in dem er über seine Beziehung zur AGORA und zu Marcel und über den Probenprozess spricht.

05.11.2020
LESEREIHE | PART 15 | Galia de Backer

Mit Galia De Backer startet die zweite Staffel unserer Reihe mit Lesungen aus “Marcel Cremer und die Agora”. Im Frühjahr im Verlag Theater der Zeit erschienen. Das Buch sollte im Rahmen des JubiäumsFests öffentlich am 25. Oktober vorgestellt werden – da dies aus bekannten Gründen nun nicht mehr möglich ist, freuen wir uns hier unsere Lesereihe weiterzuführen.

Galia De Backer spielt unter anderen in "Cuts, Pieces and Sounds - Geschichten einer Stimme". Es gehört zur AGORA, dass niemand "nur Spieler" ist, dass trifft aber im Fall dieses Solostücks ganz besoners zu: Sie hat Text und Stück mit Felix Ensslin als Regisseur zusammen entwickelt, sie spielt, sie singt, sie hat die Musik komponiert.

 

CUTS, PIECES & SOUNDS sollte ebenfalls beim JubliäumsFest zu sehen sein. Und es sagt vielleicht sehr viel, dass sie auch in unserer 50. AGORA Produktion Die Drei Leben der Antigone und bei Hannah Arendt auf der Bühne dabei ist. 

 

Bei unserem nächsten "Einzelstück" Die seltsame und unglaubliche Geschichte des Telemachos- Premiere, für das die Proben vor kurzem begonnen haben und das wir gegen Ende dieses seltsamen und unglaublichen Jahres 2020 aus der Taufe heben wollen, ist sie zum erste mal als Dramaturgin dabei. 

 

 

Das Buch, das wir hier präsentieren ist zwar auf Deutsch erschienen, aber das Interesse unserer frankophonen Freunde war groß, so dass wir auch Lesungen auf Französisch produziert haben. GALIA DE BACKER, so dachten wir, sollte die erste dieser Reihe sein, da sie in unserer mehrsprachigen AGORA eine unermüdliche und kaum zu unterschätzende ÜBERSETZUNGARBEIT leistet, die - wie immer wenn es um Sprache geht - weit über das Sprachliche hinaus geht.


Galia liest hier auf Französisch, man findet den deutschsprachigen Text von Ania Michaelis, Kurt Pothen und Felix Ensslin und im Buch oder hier:
http://bit.ly/DieGründersindtot

05.11.2020
LESEREIHE | PART 14 | Céline Leuchter

Céline Leuchter bestreitet die dreizehnte Lesung aus dem zum Juliäumsjahr der AGORA erschienen Band MARCEL CREMER UND DIE AGORA. Céline war das letzte Ensemblemitglied, das von Marcel Cremer noch selbst, kurz vor seinem Tod im Dezember 2009, zur Agora geholt wurde.

Ihre erste Produktion war der „König ohne Reich". Weitere wichtige Stationen waren ihre erste Raumbühne für „Die Geschichte eines langen Tages" von Ania Michaelis, die besonders detailgenaue Arbeit an den Bühnenelementen der „Flugversuche", der „goldene 7-Meter Jugendstilkäfig" für „Die Harmonie der Gefiederten", wo sie auch zum ersten Mal mit auf der Bühne stand, sowie die komplexe, vielschichtige und multimediale Bühne für „Animal Farm - Theater im Menschenpark. 

 

Bei „Heute Kohlhaas" war sie das erste mal als Technikerin mit auf Tournee und bei „Hannah Arendt auf der Bühne" hat sie die Bühne entworfen und stand auch selber darauf, genauer gesagt: sie wird auch weiterhin darauf stehen.

 

 

Vor einigen Wochen hat Céline ihr erstes temporäres Atelier als freie Künstlerin im Grenzhäuschen des KuKuK (Kunst und Kultur am Köpfchen, Grenzübergang Aachen) abgeschlossen. Entstanden ist eine freie künstlerische und persönliche Annäherung ausgehend von einem Fabel-Text von Hannah Arendt. Die Situation, in einem historischen Grenzgebäude zu arbeiten, stellte eine seltsame Herausforderung dar, zu einer Zeit in der eben diese Grenze (bis vor kurzem) wieder komplett dicht war.

 

Der Austausch mit den BesucherInnen des Ateliers ist in ihre Zeichnungen und die Arbeit an ihren Raum - Objekten eingeflossen. Es wird weitere temporäre Ateliers dieser Art geben, die dann 2021 in einer Ausstellung münden sollen.

05.11.2020
LESEREIHE | PART 13 | Matthias Weiland

Matthias Weiland hat sich für die 13. Folge unserer Lesungen aus „Marcel Cremer und die Agora“ einen Text ausgesucht, der sicher nicht zufällig die Auswahl von Cremers eigenen Texten im zweiten Teil des Buches eröffnet.

Matthias kommt im Buch aber auch selber zu Wort. Er schildert die „erste Begegnung mit Marcel Cremer", die „keine persönliche Begegnung" war, aber dennoch eine, die, wie es am Ende seiner Schilderung heißt, "mein Leben verändert hat". Aktuell ist Matthias als Kreon in Die drei Leben der Antigone - AGORA Theater zu sehen, das wir das nächste mal zur Eröffnung unseres JubiläumsFests in St.Vith/Belgien am 22.10. spielen werden.

 

 

'(...)Meine erste Begegnung mit Marcel Cremer geht zurück auf das Frühjahr 1994. Es war keine persönliche Begegnung mit ihm, aber bereits bei dieser „Premiere" hatte ich eine Rolle: Ich war Zuschauer. Zuschauer einer Werkstattpräsentation unter seiner Leitung am Ende der Theaterwoche Korbach. Zuschauer, aber nicht im Wortsinn, sondern auf eine doppeldeutige, fast paradoxe Weise, die mir völlig neu war. Zeuge und gleichzeitig Beteiligter eines Ereignisses war ich, das ich bis dahin unter dem Begriff Theater gekannt hatte.

 

Obgleich äußerlich passiv und unbeweglich, bewegte mich, was ich dort sah, wühlte mich auf in meinem Innern, sodass ich mit der Zeit das Gefühl bekam, am Geschehen vor mir unmittelbar beteiligt, nur durch mein Schauen und Hören und Dasein zu einem Mitspieler geworden zu sein. Was dort auf der „Bühne" passierte, war gefährlich, rief nach mir, weckte mich auf, provozierte mich, forderte mich heraus, wollte etwas von mir, fragte mich und stellte mich infrage.

 

Marcel benutzte in seinen Werkstätten oft Textmaterialien, die von den Teilnehmern stammten oder vom Veranstalter vorgegeben waren, und reduzierte diese auf einzelne Sätze oder Wörter im Verlauf des kreativen Prozesses einer Werkstatt. Er arbeitete zusätzlich immer auch mit Gegenständen oder Materialien, die häufig zur alltäglichen Lebensrealität der Teilnehmer gehörten. Das konnten ein Kleidungsstück, ein Schlafsack, ein Paar Schuhe oder ein Kuscheltier sein. Im vorliegenden Fall hatte jeder der Teilnehmer eine schlichte Liegematte aus Bast, wie sie in jedem Ein-Euro-Shop zu kaufen ist. Zu Beginn der Präsentation verbargen sich die Spieler in einer Reihe hinter ihren Matten stehend. Das wirkte wie ein Vorhang und auch komisch, da man nur die Hände der Teilnehmer, die die Matten hielten, sah. Plötzlich war ein leises Flüstern zu hören und das ganze Bild geriet in Bewegung. Das Flüstern schwoll an und bald kroch durch die Ohrmuscheln der Zuschauer das Wort „Laboratorium", das die komplette Aktion wie ein roter Faden durchzog und den visuellen Eindruck einmal dialektisch durchkreuzte, ein anderes Mal rhythmisch stützte und weitertrieb.

 

Der Bastmattenvorhang lichtete sich und die Spieler, gleichsam in einer kollektiven Bewegung, flossen, schoben, drückten und pressten ihre Körper langsam in eine Form, die ich als „Menschenbaum" oder „Körperbaum" bezeichnen würde. Die Geburt dieser Vision erzeugte in mir eine Ekstase, die gleichwohl von einer aufrüttelnden Ambivalenz durchflochten war:... (...)'

05.11.2020
LESEREIHE | PART 12 | Hubert Cremer

Für die zwölfte Folge unserer Lesereihe zur Erscheinung von “Marcel Cremer und die AGORA”, freuen wir uns Marcels Vater präsentieren zu dürfen.

 

 

Folgende, persönliche Worte Huberts, möchten wir Euch nicht vorenthalten.

 

Ich, Hubert Cremer, Vater von Marcel, möchte nochmals allen Beteiligten ein Danke aussprechen für die Leistungen und Darlegungen im Buch „Marcel Cremer und die Agora".

 

Im Hause „Pullenz" in Crombach, in dem Marcel zusammen mit seinen Eltern und Großeltern, sowie seinen Geschwistern Freddy, Marie-Josée und René aufgewachsen ist, wurden seit jeher viele schöne Feste mit hervorragend zubereitetem Essen seiner Mutter gefeiert. Auch das dazugehörige Flüssige kam dabei nie zu knapp.

 

Die Goldhochzeit von mir und meiner Frau Josephine muss hier besonders hervorgehoben werden, für die Marcel das Stück „An den Dösch - Ein Tag bei Pullenz" inszenierte und mit allen Familienangehörigen aufführte. Marcel selbst spielte in diesem Stück seinen Großvater Peter Hilgers.


Leider musste Marcel viel zu jung Abschied nehmen von uns. Mögen seine Erinnerungen und Spuren noch lange weitergetragen werden.

 

05.11.2020
LESEREIHE | PART 11 | Joshua Cremer

Joshua Cremer kriecht für die elfte Folge unserer Reihe mit Lesungen aus MARCEL CREMER UND DIE AGORA durch das Ofenrohr, denn „Ofenrohre sind wie Leitplanken…”

 

Der Sohn Marcel Cremers ist mit den Menschen und Inszenierungen der AGORA und dem Netzwerk befreundeter Künstler und Ensembles aufgewachsen. Ein stetiger Wegbegleiter, Freund und Unterstützer, auch wenn er eigene und außenstehende Projekte verfolgt. Viele werden ihn als Schlagzeuger von PATCHWORK kennen.

 

Die AGORA-Band wird beim diesjährigen JubiläumsFest nicht nur dieses, sondern auch ihr 10-Jähriges rocken. Ein rundes Jubbiläum mehr, neben 40 Jahre Agora, 30 Jahre TheaterFest und der 50sten AGORA Inszenierung.

 

05.11.2020
LESEREIHE | PART 9 & 10 | Kurt Pothen & Christel Hoffmann

Hier kommen die neunte und zehnte Folge unserer Reihe mit Lesungen aus MARCEL CREMER UND DIE AGORA, das unlängst im Verlag Theater der Zeit erschienen ist.

Bereits Anfang Juni nämlich an dem Tag, der Marcel Cremers 65. Geburtstag gewesen wäre, hat unser künstlerischen Leiter Kurt Pothen den BRF besucht und hat über das Buch gesprochen und wie wir versucht haben mit der Corona Krise und den Folgen umzugehen, die die AGORA zumindest insofern besonders treffen, da wir eigentlich ein großes Jubiläumsjahr mit einem besonderen Programm feiern wollten: 40 Jahre AGORA, 30 Jahre TheaterFest und die 50ste Produktion des Ensembles.

 


CHRISTEL HOFFMANN, die langjährigen Weggefährtin Cremers, hat für den umfangreichen zweiten Teil die Gedichte, Schriften und Tagebücher Marcel Cremers aus Tausenden Manuskripseiten ausgewählt und editiert.

 

Jedem, der was über die Geschichte des AGORA Theaters erfahren will, sei ihre ausführliche Einleitung zu diesem "Schlachte niemals ein Huhn auf der Bühne" betitelten Hauptteil des Buches empfohlen, in dem es auch um ihre persönliche Geschichte mit Cremer und der AGORA geht.

 

So schildert sie ganz zu Anfang, wie sie sich Ende der 70er Jahre vom Berufstheater zurückgezogen hat, da sie erkennen musste, dass ihr Versuch "als Dramaturgin am Kinder- und Jugendtheater Brechts Theaterauffassungen durchzusetzen" vergeblich sein musste: "Nach dem Fall der Mauer lernte ich Marcel Cremer als gleichgesinnten Theatermann kennen. Ja, das war das Theater, wie ich es mir immer vorgestellt hatte! Die einzigartigen Aufführungen seines Ensembles und der demokratische Umgang miteinander beeindruckten und begeisterten mich, seither blieb ich diesem Theater verbunden, in dem ich meine künstlerische Heimat fand."

 

 

05.11.2020
LESEREIHE | PART 8 | Viola Streicher

Die achte Lesung aus dem gerade im Verlag Theater der Zeit erschienenen Buch „Marcel Cremer und die Agora” übernimmt Viola Streicher mit einem Text über “das erste Treffen zwischen zwei Verliebten”.

Viola Streicher hat als langjährige Lebensgefährtin des AGORA-Gründers dieses Buch auch initiiert. Viola wird als Spielerin außerdem die (hoffentlich) erste ‚wirkliche' Theateraufführung des AGORA Theaters nach dem Lockdown bestreiten: "König Lindwurm - oder: wie schreibt man einen Brief" im COMEDIA Theater Köln am 21. Juni.


 

Ania Michaelis' Abenteuer für Erwachsene und Kinder ab 8 Jahren wird natürlich unter Beachtung aller gebotenen Vorsichtsmaßnahmen, Abstandsgebote etc. gezeigt.  Gerade dieses Stück wird ganz sicher trotzdem funktionieren, da aber in das große Comedia Theater entsprechend weniger Menschen passen, nämlich maximal 30, sollte man sich möglichst bald Karten sichern.
 

 

VIOLA STREICHER jedenfalls kam nach dem Abschluss ihres Studiums in Köln für einen Workshop mit Marcel Cremer ins französische Jura, hat sich in selbigen verliebt, er wohl auch in sie und die beiden wurden ein Paar - bis zu Cremers Tod 2009.

 

 

Oder so: Viola Steicher jedenfalls wurde nach der Teilnahme an einem der Sommerworkshops Marcel Cremers zum „Autobiografischen Theater" schnell festes Mitglied des Ensembles, hat in neun Produktionen gespielt, bei wichtigen Veröffentlichungen mitgewirkt, unzählige theaterpädagogische Workshop für Jugendliche und Erwachsene geleitet, die „Junge Agora" mitbegründet, viermal das Internationale TheaterFest künstlerisch (mit-)geleitet und schließlich wesentlich dazu beigetragen, dass dieses Buch, das wir gerade bewerben, auch wirklich erscheinen konnte. - Und ja wir haben in dieser Liste noch einiges ausgelassen.

05.11.2020
LESEREIHE | PART 7 | Karen Bentfeld

Für die siebte Lesung aus dem gerade im Verlag Theater der Zeit erschienenen Buch „Marcel Cremer und die Agora” hat sich Karen Bentfeld einen Text ausgesucht, der die Idee des Stücks, mit dem sie 2009 zur AGORA gestoßen ist „Der König ohne Reich”, zum ersten mal ausformuliert.

'Gestoßen' ist nicht so ganz richtig, da sie schon 2001 und 2008 als DJ und mit einer Kunstausstellung beim Internationalen TheaterFest dabei war. Das TheaterFest findet in diesem Jahr (hoffentlich) zum 30. mal statt und ist - neben 40 Jahre Agora und der 50. Agora Produktion - eines der Jubiläen, die wir - in welcher Form auch immer - zu zelebrieren wissen werden.

 

Karen jedenfalls kam, lustiger Weise genau wie Line Lerho, deren Video man gleich hier drunter sehen kann, als Schwangerschaftsvertretung für Annika Serong zum Ensemble. Noch von Marcel Cremer selber engagiert, verstarb dieser dann im fünften Probemonat. Die Inszenierung wurde später von Fatma Girretz zur Premiere geführt und erlebte etwa 250 Aufführungen.

 

 

Karen Bentfeld spielte danach in Kurt Pothens Inszenierung "Die Harmonie der Gefiederten". Vor allem aber ist sie bei zwei aktuellen Produktionen dabei, um die es im ersten Teil des Buches geht, der unter anderem anhand dieser Inszenierungen zeigt, wie das Erbe von Cremer am AGORA Theater weitergeführt wird, nämlich „Animal Farm - Theater im Menschenpark" und „Hannah Arendt auf der Bühne". Außerdem ist sie in unser aktuellsten und 50. Produktion Die drei Leben der Antigone als Ismene zu sehen. 

05.11.2020
LESEREIHE | PART 6 | Line Lerho

Die nächste Lesung aus dem gerade im Verlag Theater der Zeit erschienenen Buch „Marcel Cremer und die Agora” bestreitet Line Lerho, die hier in ihrem heimischen Garten in Eupen zu sehen ist.

Line kam 2009 fünf Monate vor Marcel Cremers Tod zur Agora, hatte an seinem letzten Workshop teilgenommen und wurde von ihm daraufhin kurzerhand zur Besetzung des "Königs ohne Reich"dazugeholt, obwohl diese eigentlich schon fest stand. Nach der ersten Probewoche hat Cremer ihr dann vorgeschlagen, Annika Serong, deren Lesung man geich hier drüber findet, in „Pferd aus Blau" zu vertreten, da sie in den Mutterschaftsurlaub gegangen ist.

 

Line Lerho ist dann im November 2009 zum ersten Mal mit „Le cheval de Bleu" auf Tour gegangen und hat Cremer nie wieder gesehen. Das hier vorgetragene Gedicht stammt aus diesem Stück .

 

 

Im Anschluss spielte sie dann bei Strandgut (Marée haute), Die Harmonie der Gefiederten (L'Harmonie de la Gent à plumes) Die Geschichte eines langen Tages (L'histoire d'une longue journée) und ist in unserer aktuellen 50. Produktion "Die drei Leben der Antigone" als Tiresias zu erleben.

 

Von 2014 - 18 war sie eine der künstlerischen Leiterinnen des TheaterFests, das im AGORA Jubiläumsjahr 2020 zum 30. mal statt finden soll. 

05.11.2020
LESEREIHE | PART 5 | Annika Serong

Annika Serong inszeniert für den fünften Teil mit Lesungen aus dem frisch erschienen Buch “Marcel Cremer und die Agora” einen Text aus dem Vorwort unseres künstlerischen Leiters, Kurt Pothen.

Dieser geht der Frage nach, wer Marcel Cremer war und wie das AGORA Theater heute mit diesem Erbe umgehen kann, sollte, könnte.

Ein sehr schön ausgewählter Text, insofern es ja um eine Hinführung zum Buch und unserer Geschichte gehen soll. Die Musik stammt von Tom Tiest, der zusammen mit Annika auch diesen Film montiert hat.

 

 

Annika ist seit 2007 Mitglied des Ensembles und war bei vielen wichtigen Produktionen als Spielerin dabei, über die man im Buch mehr erfahren kann: "Die Kreuzritter""Das Pferd aus Blau", oder "Heute: KOHLHAAS".


Aktuell ist sie in "Hannah Arendt auf der Bühne" zu sehen.

05.11.2020
LESEREIHE | PART 4 | Roland Schumacher
Roland Schumacher bestreitet den vierten Teil unserer Reihe mit Lesungen aus dem gerade erschienen Band „Marcel Cremer und die Agora".

 

Rolands erste Inszenierung, in der er für AGORA auf der Bühne stand war 1983 der "Baal" von B. Brecht. Insgesamt stand er in diversen Produktionen mit AGORA zirka 2500 mal auf der Bühne, darunter auch in "Nebensache", welches mit nahezu 600 Vorstellungen das bislang meistgespielte Stück des AGORA Theaters ist.

 

"Im Wald ist schlechte Stimmung....."

Roland hat sich für seine Lesung einen Text ausgesucht, der zeigt - ohne Altersfreigabe, auch wenn es Tote gibt -, dass es lebenswichtig sein kann, im Theater - wie im Leben - die richtigen Fragen zu stellen. Das Video zur Lesung wurde auf einem Hochsitz in der Nähe von Marcels Heimatdorf Crombach aufgezeichnet.

 

 

Kurt Pothen, künstlerischer Leiter der Agora, beschreibt in seinem Vorwort zu dem Band, wie er 1987 als 17-Jähriger die hochpolitische und damals stark skandalisierte AGORA Inszenierung gesehen hat, die dem zweiten Teil des Buches - mit Texten von Cremer selber - den Titel gab 'Schlachte niemals ein Huhn auf der Bühne!'.

 

„Ein paar Tage später", so Pothen, „hörte ich im ostbelgischen Radio eine Sendung, in der Marcel Cremer - der Regisseur dieser Inszenierung - scharf angegriffen wurde. Der Tenor lautete: Das darf man nicht machen, das darf Theater nicht. Ich war beeindruckt von dieser Aufregung, dieser Wirkung, und in meinem jugendlichen Idealismus fühlte ich mich aufgefordert, den mir unbekannten Autor eines mir immer noch nicht verständlichen Stücks zu verteidigen. Ich griff zum Hörer und rief die Radiohotline an, um an der öffentlichen Diskussion über das Stück teilzunehmen. (...) Das Stück hieß ‚Algunas Bestias‘ und einer der Spieler des AGORA Theaters war Roland Schumacher. Er war mein Lehrer an der Schule, an der ich zu dieser Zeit mein Abitur machte, und sprach mich wenige Tage nach dem Anruf im Radiostudio an, um mir mitzuteilen, dass Marcel Cremer sich gerne mit mir treffen würde. Meine erste Begegnung mit dem Menschenfänger, dem Mann, der begeistern, führen und verführen konnte."

 

Roland Schumacher ist seit 38 Jahren als Spieler beim Agora Theater, -abgesehen von „Corona-Zeiten"- ist er momentan in „Hannah Arendt auf der Bühne" von Ania Michaelis zu sehen. Ein Stück für alle ab 10 Jahren, mit dem wir 2019 den Hauptpreis bei den Rencontres de Huy gewonnen haben und das seit der Premiere im März letzten desselben Jahres auf zahlreiche Festivals eingeladen und in 5 Ländern gespielt wurde.

05.11.2020
LESEREIHE | PART 3 | Daniela Scheuren
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Daniela Scheuren bestreitet den dritten Teil unserer Reihe mit Lesungen aus dem gerade erschienen Band „Marcel Cremer und die Agora". Aus St. Vith stammend wirkte sie bei unzähligen AGORA Stücken als Spielerin mit, war Theaterpädagogin, Autorin und hat mehrfach Regie geführt. Ihr erstes Stück bei uns war Cremers „Irgendwo" (1993), über viele wichtige Produktionen ging es bis zum „Pferd aus Blau" (2006), das - wie auch unser aktuelles Hannah Arendt Stück - den Hauptpreis bei den Rencontres de Huy gewonnen hat und über 500 mal gespielt wurde.

 

Daniela liest ihren Text nicht zufällig am Bahnhof von Würzburg, denn 2008 verließ sie die Agora, nachdem sie über 1000 Aufführungen als Spielerin absolviert hatte, um als Dramaturgin, Theaterpädagogin, Autorin unter anderem in Würzburg zu arbeiten.

 

 

Sie war der Agora entkommen, aber sie kam zurück.

Danielas Regie "Flugversuche / Saut de l'ange" wurde ebenfalls in Huy prämiert und auf zahlreiche Festivals eingeladen.

 

„ANIMAL FARM - Theater im Menschenpark" (2017), das Felix Ensslin mit Daniela Scheuren und dem Ensemble entwickelt hat, nimmt dieses Motiv des "Entkommens/Zurückkommens" im Sinne der autobiographischen Methode und als Kommentar zur Methode auf.

Zu dieser für die gegenwärtige Position der AGORA maßgeblichen Arbeit, bei der Daniela auch als Spielerin zu erleben ist, findet man im ersten Teil des Buches einen ausführlichen Text von Sebastian Kirsch.

 

Im Jubiläumsjahr der AGORA ist Daniela als Antigone in unserer 50. Produktion "Die drei Leben der Antigone"  zu sehen und leitet als Theaterpädagogin das Projekt „Heldenruf".

Aber sie ist nicht ganz „zurückgekommen". Sie lebt weiterhin in Würzburg und ist dort und anderswo in diverse Projekte außerhalb der Agora involviert. 

05.11.2020
LESEREIHE | PART 2 | Felix Ensslin

 Die zweite Lesung aus dem frisch im Verlag Theater der Zeit erschienenen Buch "Marcel Cremer und die Agora" bestreitet Felix Ensslin mit zwei Texten von Cremer selber.

 

Ensslin ist neben Ania Michaelis, deren Lesung man gleich hier drunter findet, der zweite Regisseur, der die Gegenwart und hoffentlich Zukunft der Agora wesentlich mit gestaltet, was man sich weniger als nebeneinander, denn als miteinander vorstellen kann: Ensslin war Dramaturg bei Michaelis letztjähriger Agora Produktion "Hannah Arendt auf der Bühne" und Michaelis stand in unserer 50. Produktion, die im Januar 2020 Premiere hatte, zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder selber als Spielerin auf der Bühne, unter der Regie von Felix: Die drei Leben der Antigone - AGORA Theater. 

 

 

Im ersten Teil des Buches, in dem es um das "AGORA Theater in der Nachfolge von Marcel Cremer geht", findet man neben einem von beiden gemeinsam mit unserem künstlerischen Leiter, Kurt Pothen verfassten - programmatischen - Text und zwei Texten zu "Hannah Arendt auf der Bühne" von Susanne Winnacker und Luna Ali, auch Sebastian Kirschs ausführlichen Text zu Ensslins erster Arbeit mit dem Ensemble: "Animal Farm - Theater im Menschenpark".


Ensslin, der sich sehr intensiv mit Cremers Werk auseinandergesetzt hat und der in seiner Arbeit immer wieder die Verbundenheit der Agora mit der Deutschsprachigen Gemeinschaft betont, wählt für seine Lesung zwei Texte Cremers, die auch auf unser nächstes großes Projekt verweisen, das den Arbeitstitel ROHSTOFF AMIKEJO trägt. - Felix ist übrigens auch ein echter 68er, denn er wurde an diesem Tag, also am 13. Mai 1967 in die Welt gesetzt und wie jedes Kind weiß, war 1967 das wahre '68.

05.11.2020
LESEREIHE | PART 1 | Ania Michaelis

Zum Auftakt unserer Reihe mit Lesungen, liest Regisseurin Ania Michaelis aus CHRISTEL HOFFMANNs Einleitung zum zweiten Teil des Buches: "Schlachte nie ein Huhn auf der Bühne - Ein Lesebuch mit Gedichten und Texten von Marcel Cremer"

 

Christel Hoffman, Professorin h.c. an der Fachhochschule Osnabrück, in den 1960er und 70er Jahren Chefdramaturgin am Theater der Freundschaft, zog sich Ende der 70er aus der aktiven Theaterarbeit zurück, um dann sehr viel später, nach dem Mauerfall, Marcel Cremer "als gleichgesinnten Theatermann" kennenzulernen: "Das war das Theater, wie ich es mir immer vorgestellt hatte! Die einzigartigen Aufführungen seines Ensembles und der demokratische Umgang miteinander beeindruckten und begeisterten mich."

 

Ania Michaelis ist als Regisseurin ganz entscheidend daran beteiligt, worum es im ersten Teil von MARCEL CREMER UND DIE AGORA geht, nämlich wie das Erbe von Cremer am AGORA Theater, das 2020 sein vierzigstes Jubiläum feiert, weitergeführt wird: in einer offenen künstlerischen Auseinandersetzung, die die eigenen Wurzeln nicht leugnet und doch in die Zukunft weist.

 

 

Michaelis hat über 65 Stücke "für sehr junge Zuschauerinnen, Erwachsene und für alle Altersgruppen, die dazwischen liegen" inszeniert. Für das Agora Theater zuletzt "Die Geschichte eines langen Tage", "König Lindwurm" und "Hannah Arendt auf der Bühne", das im März 2019 Premiere hatte und dessen französischsprachige Fassung im selben Jahr auf dem - zumindest für den frankophonen Bereich - wichtigsten belgischen Theater-Festival für junges Publikum mit dem Hauptpreis des Festivals - dem „Prix de la Ministre de la Culture" geehrt wurde.

 

Hoffmann und Michaelis haben sich 2002 auf dem von der AGORA ausgerichteten Arbeitstreffen der freien deutschen Kinder- und Jugendtheater „Spurensuche" kennen gelernt. Hoffmann hat Michaelis seitdem zunächst als Lehrerein, dann als Dramaturgin und immer als Freundin begleitet.

 

Zum Buch:

"Marcel Cremer und die Agora
Ein Lesebuch zum Theater der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens"

Herausgegeben von AGORA Theater und Christel Hoffmann

Verlag: "Theater der Zeit"

352 Seiten - 20 Euro

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