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OPEN SPACE CLOSED / Performances und Austausch
14.09.2020

SAMSTAG // 24.10.20 // 15.30

 

14.09.2020

Theater bedeutet lebendige Gegenwart. Von Körpern, Rhythmen, Texten und der Zufälle jeder einzelnen Aufführung. Eingeübtes und Improvisiertes wirken im Theater ständig wie Zwillinge zusammen – mal in glücklicher Fügung, mal in gespannter Auseinandersetzung.

Die Corona-Epidemie und die Reaktionen der politischen Körperschaften haben dem Theater diese Lebensgrundlage lebendiger Gegenwart entzogen. Es stellte und stellt sich die Frage: Wie arbeiten wir weiter, wenn jede Vorstellung, jedes Tour-Engagement, jede gemeinsame Probe bis auf weiteres unmöglich und untersagt sind, untersagt werden können?

 

In der Verzweiflung dieser Lage entstand der Gedanke, Mitglieder der AGORA, die aufgrund ihrer Lebensverhältnisse auch unter Corona-Bedingungen miteinander Kontakt haben durften, dazu aufzufordern, kleine szenische Notizen zu entwickeln. Diese werden im Rahmen von Open Space Closed als Anstoß für eine allgemeine Diskussion über die Lage in der Corona Epidemie gezeigt.

 

Die Politiker wollen die Bevölkerung – also uns – schützen. Aber beschränken sie dabei unsere Freiheit nicht zu sehr? Wir wollen uns selbst behaupten und weiterspielen – aber schießen wir dabei nicht schnell über das Ziel hinaus? Das Theater – der offene Ort der Diskussion und unterschiedlichster Sichtweisen – ist vielleicht derjenige Ort, der von einer Corona-Disziplin am meisten bedroht wird. Wenn wir nicht zusammenkommen können, können wir auch nicht zusammenspielen. Wenn wir nicht spielen können, wo können wir dann Menschen sein? „Der Mensch ist nur ganz Mensch, wo er spielt“, schrieb Friedrich Schiller.


Open Space Closed sind kleine Skizzen der AGORA Mitglieder, die sie einander und dem Publikum senden, um darüber nachzudenken, was „spielen“ im Zeitalter von Corona bedeuten kann – ja vielleicht bedeuten muss?

 

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