FR
24.04.2020
AGORA Inszenierungen außerhalb der Bühne

In dieser Ausnahmesituation macht auch das AGORA Theater sich viele Gedanken: Was ist das System? Was ist relevant? Die Kooperation mit der AHS und dem Bildungsserver ist ein erster Beitrag außerhalb der Bühne.

Wir sind uns der besonderen Lage des Bildungswesen und der Lehrer bewusst, die sehr plötzlich ihre gesamten Unterrichte umstrukturieren müssen. Um das Schulwesen aktiv zu unterstützen stellt AGORA Filmaufnahmen vier aktueller Inszenierungen des Theaters samt pädagogischem Begleitmaterial auf einer Website zur Verfügung, die extra für die LehrerInnen der DG erstellt wurde. Des Weiteren finden Lehrer die Kontaktdaten zu einem/r Spieler/in, sodass die Möglichkeit besteht, ein virtuelles Klassentreffen mit einem Ensemble-Mitglied zu organisieren. Die Trailer sowie das Info-Material finden Sie auf www.medien-fachberatung.be .

 

Die vier ausgewählten Inszenierungen eignen sich jeweils für verschiedene Altersstufen der Primarschule und Sekundarschule. Hier die Auswahl:

 

DIE GESCHICHTE EINES LANGEN TAGES

Von Ania Michaelis
Theater für Erwachsene und Kinder ab drei mit Tanz, Musik und Zauberei.
Für alle ab 3 Jahre.

 


In einer schönen Welt, in der alles aufs Beste geregelt ist, müssen sich Avi und Iva ausschließlich darum kümmern, dass alles so bleibt wie es schon gestern war. Das ist schön und sauber, zufriedenstellend und tröstlich. Eines Tages wird ihr behagliches Leben jäh gestört. Plug ist allein, hat großen Hunger und noch dazu alle Murmeln verloren.
Die neue Inszenierung des AGORA Theater beschäftigt sich mit dem Thema der Verantwortung in menschlichen Beziehungen und entwirft eine Utopie, in der es darum geht, das Anderssein des Anderen anzuerkennen, ohne sich selbst zu verlieren.
Iva, Avi und Plug empfangen die Zuschauer in einer behaglichen, rundherum geblümten Raumbühne im Wohnstubenformat. Mit wenigen Worten, großer Spielfreude, berührenden Gesängen und getanztem Alltag erzählen und spielen sie auf zauberhafte Weise: "Die Geschichte eines langen Tages".

 

Kontaktperson: Line Lerho

 

 

  

KÖNIG LINDWURM ODER WIE SCHREIBT MAN EINEN BRIEF

Von Ania Michaelis
Ein Abenteuer für Erwachsene und Kinder.
Für alle ab 8 Jahre.

 

 

Die Königin will, will, will ein Kind.
Beide Rosen isst sie, obwohl ihr die alte Frau im Wald extra gesagt hat, sie soll nur eine nehmen. Die Königin dachte, sie würde vielleicht Zwillinge bekommen - einen Jungen und ein Mädchen. Aber was die Königin in Wahrheit bekommt, das ist ein kleiner Lindwurm. Sofort nach seiner Geburt schlüpft er unter das Bett seiner Mutter. Und dort? Hat er seinen Aufenthalt. ...
Wie Mann werden? Wie Frau werden? Wie lieben? Nur die kluge Schäferstochter lässt sich nicht fressen. Liebe findet statt - dann mischt Ritter Rot die Karten neu und ein Briefwechsel führt zum Kampf um Leben und Tod.
„König Lindwurm" ist ein nordisches Märchen. Ein Entwicklungsmärchen, dessen Protagonisten lernen miteinander zu leben. Wie miteinander sprechen? Wie einander lieben? Wie beeinflusst die Elternvorgeschichte unsere eigene Entwicklung?
Die Grausamkeit des Märchens einerseits und die Verletzlichkeit und der kontrollierte Witz der Spielerin auf der anderen Seite bahnen den Weg der Erzählung. Das Bühnenbild zeigt eine kleine Arena: „Kampfplätze der Liebe". Hier findet das Spiel statt: die Suche nach Liebe, das Aushalten von Liebe, das Durcharbeiten der Wünsche, der Irr- und Abwege und im besten Fall: ein Ankommen. Sei es nur für einen Moment und die Dauer eines Feuerwerks. 

 

Kontaktperson: Viola Streicher

 

 

 

HANNAH ARENDT AUF DER BÜHNE

 

Von Ania Michaelis mit Felix Ensslin

nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Marion Muller-Colard 

Für alle ab 10 Jahre

 

 

4.12.1975, New York. Hannah Arendt sitzt konzentriert am Schreibtisch und arbeitet an ihrem Buch „Vom Leben des Geistes". Sie weiß es so wenig wie es ein anderer wissen kann: dies wird der letzte Tag ihres Lebens gewesen sein. 

Aus dem Nichts erscheint ein Mädchen und stellt sich als „auch eine Hannah" vor. Die Frage des Kindes, ob sie sich Worte ausdenke, irritiert Hannah Arendt.
Worte. Was kann man mit ihnen machen? Eine Geschichte erzählen. Ja. Und mehr. Sie sind das Mittel, um zu urteilen, um immer wieder neu anzufangen, um eine Welt zu schaffen, in der es sich zu leben lohnt - auch und erst recht angesichts finsterer Zeiten. Als praktische Denkerin nimmt Hannah Arendt die Herausforderung an. Sie geht mit dem Mädchen Hannah ins Theater. Das Denken von Arendt und das Theater treffen sich: Theater ist eine Schule des Urteilens, eine konkrete Basis - Figuren, Worte, Bilder, Szenen - für den Versuch, mit den großen Fragen der Menschheit - Leben, Tod - umzugehen.
Die große Hannah macht die kleine Hannah mit ihren Vorbildern bekannt, mit den Traditionen, aus denen sie ihr Denken speist, mit den Autoritäten, an denen sich ihr Denken schärfte. Im Theater begegnen die beiden Aristoteles. Sie erleben die griechische Polis,
aus der der Wolf verbannt ist, der das gemeinsame Leben in Freiheit bedroht und sie treffen auf die Weltfremdheit eines Fuchses, der in seinem Bau privatisiert, statt sich gegen die drohende Rückkehr des Wolfes zu rüsten.
Die Inszenierung, die ein junges Publikum, und jedes andere Publikum auch, auf das Denken von Hannah Arendt zuführt, folgt dem Weg der beiden Hannahs durch das Theater und benennt die historische Katastrophe, die die Jüdin Hannah Arendt zwang, vor den Nazis aus Deutschland zu fliehen.

Die Inszenierung "Hannah Arendt auf der Bühne" basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch, erzählt von Marion Muller-Colard, illustriert von Clémence Pollet, übersetzt von Thomas Laugstien (Diaphanes, Zürich-Berlin 2015). 

 

Kontaktperson: Galia De Backer

 

  

 

CUTS, PIECES AND SOUNDS - GESCHICHTEN EINER STIMME

Von Felix Ensslin und Galia de Backer
Für alle ab 15 Jahre.




"Cuts, Pieces & Sounds - Geschichten einer Stimme" ist eine Produktion des AGORA Theaters in
Koproduktion mit dem Studio 11, wodurch wodurch das Stück seine Vor-Premiere im Juni 2019 in Köln feiern durfte.

Eine junge Frau steht kurz vor einem Auftritt. Sie singt Jazz, Songs, die sie seit ihrer Kindheit liebt und mit denen sie inzwischen ihren Lebensunterhalt verdient. Dann kommt ein Anruf. Ein berühmter Regisseur möchte, dass sie nicht nur singt, sondern auch eine historische Figur verkörpert. Sie soll Jeanne d'Arc spielen. In seinem neuen Film. Er stellt eine Bedingung: Sie müsse an sich und ihrem Körper ein paar kleine Änderungen vornehmen. Aufgeregt und voller Energie geht sie die Aufgabe an. Doch die Stimmen der Vergangenheit und Gegenwart holen sie ein: ob es Geschichten aus ihrer eigenen Familie sind, oder die Erinnerung an die historische Realität der Heiligen Johanna, oder die Auseinandersetzungen mit ihrer Betreuerin im Arbeitsamt. In diesen Auseinandersetzungen hört sie immer mehr eine andere, störende, beunruhigende Stimme. Gegen das verführerische Angebot des Regisseurs und gegen die Bequemlichkeit, immer weiter die alten Songs zu covern, entwickelt sie ihre eigene Geschichte, die Geschichten ihrer eigenen Stimme.

  

Kontaktperson: Galia De Backer

Nach oben   Nach oben