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04.03.2010
Das AGORA Theater

Agora. Der Marktplatz. Dort wird verhandelt, wer wir sind. Wer wir sein wollen. Mit diesem Anspruch gründete Marcel Cremer 1980 in St Vith das Agora-Theater. Ein deutschsprachiges Theater in Belgien. Die erste Frage: Die Verwicklung der dortigen Bevölkerung in die Hitler-Zeit. Folgerichtig ist die erste Aufführung mit Laienspielern "Die Ermittlung" von Peter Weiss. 30 Jahre lang war Cremer künstlerischer Leiter, Autor und Regisseur des AGORA Theaters und formte es zu einem professionellen und renommierten Ensemble der Freien Szene.

 

Heute, nach dem Tod des Gründers, fragt das Theater erneut danach: Was bewegt unsere Zeit? In der Tradition seiner Geschichte vereint es Laienspieler und Profis nach dem Grundsatz "alle machen alles". Techniker spielen, Schauspieler bauen die Bühne. Volkstheater im besten Sinne. Die künstlerische Leitung liegt heute in den Händen von Kurt Pothen. Die Theaterarbeit entwickelt sich mit dem Ensemble und in Zusammenarbeit mit den Regisseuren Felix Ensslin und Ania Michaelis ständig weiter. Bewusst wird der Austausch mit künstlerisch verwandten Ensembles gesucht. In der Frage nach Kontinuität geht es um die Frage nach der passenden, heute notwendigen Form der Neugründung. Also darum, nochmals und immer wieder die Risiken und Unvorhersehbarkeiten auf sich zu nehmen, die im Moment des Anfangens sich am Horizont verschleiert und als unerkennbar abzeichnen. Dies verlangt nur eines: Den Mut zu handeln. Etwas anzufangen, ohne wissen zu können, wo es endet. Es geht, immer wieder, immer neu, um eins: um Anfänge.

 

Zurzeit stehen acht Produktionen in deutscher und französischer Sprache auf dem Spielplan. Für 2019 arbeitet das Ensemble an zwei neuen Produktionen: „Hannah Arendt auf der Bühne“ (AT) und in Koproduktion mit dem FFT Düsseldorf Slavoj Zizeks „Die drei Leben der Antigone", ein Werk, welches die AGORA im November 2019 in St.Vith zur deutschen Erstaufführung am Theater bringen wird.

 

Theater ist, wenn es ist, das Theater der Menschen, die sich fragen "Was tun?" in unserer Zeit.

 

 

 

 

Auf dem Spielplan

König Lindwurm Regie: Ania Michaelis, Künstlerische Leitung AGORA: Kurt Pothen [2018]

Koproduktion mit der studiobühne köln

 

Animal Farm - Theater im Menschenpark! Regie: Felix Ensslin avec Daniela Scheuren, Künstlerische Leitung AGORA : Kurt Pothen [2017]


Die Kartoffelsuppe Regie: Jo Roets, Künstlerische Leitung AGORA: Kurt Pothen [2017]

Koproduktion mit LAIKA - theater der zinnen

 

Die Geschichte eines langen Tages Regie: Ania Michaelis, Künstl. Leitung AGORA: Kurt Pothen [2015] Koproduktion mit TAK - Theater Liechtenstein (LIE) und Dürener Kulturbetrieb (D)
Partnerschaft mit der Grundschule Maria Goretti, St. Vith (B) 


Die Harmonie der Gefiederten Regie: Kurt Pothen, Texte: Jean Lambert [2014]

Koproduktion mit Les Ateliers de la Colline (Seraing/B), Rotondes (L), TheaterLand Steiermark (A)

 
Heute: KOHLHAAS Regie: Claus Overkamp, Text frei nach Kleist mit Gedichten von Erich Mühsam [2011]

Koproduktion mit dem Theater Marabu Bonn

 

Nebensache Regie: Kurt Pothen, Text von Jakob Mendl et Gitte Kath [2011]

 

Die Kreuzritter von Marcel Cremer in Zusammenarbeit mit dem Ensemble [2005]

 

 

 

Bespielte Länder

Neben Belgien, Deutschland und Frankreich, wo das Theater am häufigsten auftritt, ist AGORA auch in den folgenden Ländern aufgetreten: Luxemburg, England, Dänemark, DDR, Österreich, Ungarn, Italien, Brasilien, Litauen, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Polen, Niederlande, Schweiz, Slowakei, Tschechien, Irland, Spanien, Russland und Weißrussland.



Preise (Auswahl)

  • Kölner Theaterpreis
  • Theaterpreis der Stadt Göppingen
  • Marburger Kinder- und Jugendtheaterpreis
  • Rencontres du Théâtre Jeune Public de Huy (B) 2000: „COUP de FOUDRE“ der frankophonen Presse, Preis der Jury und der Stadt Huy für "Le petit prince écarlate".
  • Auszeichnung auf dem Festival Traumspiele [Aufzeichnung von “Der kleine rote Prinz” durch das ZDF]
  • Rencontres du Théâtre Jeune Public de Huy (B) 2003: Besondere Erwähnung der Jury für Originalität der Inszenierung "Die Rabenfrau"
  • Rencontres du Théâtre Jeune Public de Huy (B) 2005: Preis der Kulturministerin der Communauté française, Madame Fadila Laanan und „COUP DE FOUDRE“ der frankophonen Presse für "Les croisés"
  • Rencontres du Théâtre Jeune Public de Huy (B) 2006: Preis der Kulturministerin der Communauté française, Madame Fadila Laanan und „COUP DE FOUDRE“ der frankophonen Presse für "Le cheval de bleu"
  • Autorenpreis für Kinder und Jugendtheater 2007 im Rahmen des Deutsch-Niederländischen Kinder- und Jugendtheaterfestivals KAAS &KAPPES für das Stück „Das Pferd aus Blau“
  • Rencontres du Théâtre Jeune Public de Huy (B) 2008: Preis des Ministers für Sekundarschulwesen Christian Dupont und „COUP de CŒUR“ der frankophonen Presse für "Deux ennemis inséparables"
  • 2010 erhielt Marcel Cremer posthum den Parlamentspreis 2009 im Bereich Literatur für sein Werk „Der unsichtbare Zuschauer"
  • Rencontres du Théâtre Jeune Public de Huy (B) 2010: Preis der Kulturministerin der Communauté française und „COUP DE FOUDRE“ der frankophonen Presse für "Le roi sans royaume"
  • Kritikerpreis der belgischen Presse im Bereich Kinder- und Jugendtheater 2011 für "Le Roi sans royaume"
  • Hauptpreis beim WESTWIND Festival 2012 - 28. Kinder- und Jugendtheatertreffen in NRW für "Heute: KOHLHAAS"
  • Rencontres du Théâtre Jeune Public de Huy (B) 2012: Preis der Kulturministerin der Communauté française und „COUP DE COEUR “ der frankophonen Presse für "A l'affiche: Kohlhaas"
  • Rencontres du Théâtre Jeune Public de Huy (B) 2014: Preis der Jugendministerin für "Saut de l'ange"
  • Rencontres du Théâtre Jeune Public de Huy (B) 2015: Preis des Ministers für Sekundarschulwesenfür "L'Harmonie de la Gent à Plumes"
  • Preis der Jury auf dem WESTWIND Festival 2016 in NRW für "Die Geschichte eines langen Tages"

 

 

Festivals (Auswahl)

  • "AUGENBLICK’MAL" in Berlin (D)
  • "FAVORITEN" in Dortmund (D)
  • Festival "FEDINA" in Bochum (D)
  • "THEATERZWANG" in Dortmund (D)
  • "SZENE BUNTE WÄHNE" in Wien (A)
  • Festival "LUAGA & LOSNA", Nenzing (A)
  • "KRAKAUER REMINISZENSEN" in Krakau (P)
  • "BLICKFELDER" in Zürich (CH)
  • Festival International de Londrina
  • "SPURENSUCHE" von ASSITEJ Deutschland (D)
  • Belarusian International Puppet Theatre Festival, Minsk (BR)
  • MOMIX, Festival International Jeune Public, Kingersheim (F)
  • Festival Noel au Théâtre, Bruxelles (B)
  • Enfance de l'art Festival, Wattrelos (F)
  • UNIDRAM, Festival für Off-Theater, Potsdam (D)
  • Festival d'Avignon, Théâtre des Doms, Avignon (F)


Die Stücke der AGORA 1980 – 2018

  • Die Ermittlung, von Peter Weiss (Premiere 1981)
  • Martha, die letzte Wandertaube, von Dietmar Roberg (Premiere 1981)
  • Soldaten (Premiere 1983)
  • Baal, von Bertolt Brecht (Premiere 1983)
  • Der Teufel mit den drei goldenen Haaren, von Friedrich Karl Waechter (Premiere 1984)
  • Aquarium (Premiere 1985)
  • K, nach dem Roman “Der Prozess” von Franz Kafka (Premiere 1986)
  • Der Zauberpinsel, von Edmund Stoffels & Marcel Cremer, nach einem chinesischen Märchen (Premiere 1986)
  • Algunas Bestias, nach Gedichten von Pablo Neruda, Bertolt Brecht, Yannis Ritsos, Nazim Hikmet, Federico Garcia Lorca (Premiere 1988)
  • Schnarchen Steine nachts, von Helga Schaus, Marcel Cremer & Ensemble (Premiere 1988)
  • Jubiläum, von George Tabori (Première 1990)
  • Schräge Vögel, von Marcel Cremer & Ensemble (Premiere 1990)
  • Kolibris im Kopf, von Peter Hauser (Premiere 1992)
  • VW, Koproduction Deutschland / Belgien, nach Musik von Tom Waits und einem Gedicht von Karl Valentin (Premiere 1992)
  • Der stumme See, von Roland Schumacher, Marcel Cremer & Ensemble (Premiere 1992)
  • Irgendwo / Quelque Part, nach der Erzählung "Die Fabel des Wünschens" von Arthur West (Premiere 1993)
  • Der weiße Dampfer / Le Blanc navire, nach Motiven der gleichnamigen Erzählung von Tchinguiz Aïtmatov (Première 1994)
  • Pilgrims, Koproduktion Deutschland / Belgien (Premiere 1995)
  • Wolkenschaf und Regenhund, von Marcel Cremer & Ensemble (Premiere 1995)
  • Ö et NOUS, Koproduktion Österreich / Wales / Belgien (Premiere 1996)
  • Mai 1917, Koproduktion Deutschland / Frankreich / Belgien (Premiere 1996)
  • Woyzeck, von Georg Büchner (Premiere 1996)
  • Prinzessin Bammel / Princesse Trouillette / Prinsesje Angsthaas, von Marcel Cremer & Ensemble (Premiere 1997)
  • Romeo and Juliet, 365 Jahre nach William Shakespeare (Premiere 1999)
  • Die Kartoffelsuppe / La soupe à la patate, von Helga Schaus & Marcel Cremer (Premiere 1999)
  • Der kleine rote Prinz / Le petit prince écarlate, von Marcel Cremer & Ensemble (Premiere 2000)
  • Der Mann, der die Bäume pflanzte / L'homme qui plantait les arbres, von Marcel Cremer in Zusammenarbeit mit Roland Schuhmacher (Premiere 2001)
  • Die Rabenfrau | La femme corbeau, von Marcel Cremer, Koproduktion mit studiobühne köln (Premiere 2002)
  • Rabennacht / La nuit des corbeaux, von Marcel Cremer, Koproduktion mit Theater Marabu (Premiere 2002)
  • Das schwimmende Nest / Le nid flottant, nach Motiven von "Der junge und das Meer" von Tchinguiz Aïtmatov (Premiere 2003)
  • Mein erster Lehrer / Mon premier instituteur, von Marcel Cremer (Premiere 2004)
  • Die Kreuzritter / Les Croisés, von Marcel Cremer & Ensemble (Premiere 2005)
  • Das Pferd aus Blau / Le Cheval de Bleu / Het Paard van Blauw, von Marcel Cremer (Premiere 2006)
  • Der gute Hirte / Le bon berger, von Marcel Cremer (Premiere 2007)
  • Wanted Hamlet, von Marcel Cremer & Ensemble, Koproduktion mit studiobühne köln (Premiere 2008)
  • Deux ennemis inséparables / Zwei unzertrennliche Feinde, von Marco Baliani & Maria Maglietta (Premiere 2008)
  • Der König ohne Reich / Le Roi sans royaume, von Marcel Cremer (Premiere 2010)
  • Nebensache / Bagatelle von Jakob Mendl und Gitte Kath (Premiere 2011)

  • Heute: KOHLHAAS / A l'affiche: KOHLHAAS frei nach Heinrich von Kleist mit Gedichten von Erich Mühsam in Koproduktion mit Theater Marabu (Bonn) (Premiere 2011)

  • Strandgut / Marée haute von Fatma Girretz in Zusammenarbeit mit dem Ensemble (Premiere 2012)

  • Der Lügensammler / Le collectionneur de mensonges von Kurt Pothen, Koproduktion mit studiobühne köln (Premiere 2013)

  • Flugversuche / Saut de l'Ange von Daniela Scheuren in Zusammenarbeit mit dem Ensemble (Premiere 2014)
  • Die Harmonie der Gefiederten / L'Harmonie de la Gent à Plumes

    Regie: Kurt Pothen, Text: Jean Lambert - in Koproduktion mit Les Ateliers de la Colline (Seraing/B), TRAFFO_CarréRotondes Luxemburg (L), TheaterLand Steiermark (A) (Premiere 2014)

  • Die lebendigen Toten / Les morts vivants (lecture scénique) - Regie: Kurt Pothen, Koproduktion mit dem Kulturzentrum von Welkenraedt, ein Projekt des Fonds franco-allemand mit Unterstützung der Kulturdienste der französischen und deutschen Botschaft in Belgien, der Alliance française Bruxelles-Europe und des Goethe Institut Brüssel (Premiere 2014)

  • Die Geschichte eines langen Tages / L'Histoire d'une longue journée - Regie: Ania Michaelis, Künstlerische Leitung AGORA: Kurt Pothen. Koproduktion mit TAK - Theater Liechtenstein (LIE) und Dürener Kulturbetrieb (D).

  • Die Kartoffelsuppe / Soup'alapatate / Aardappelsoep - Regie: Jo Roets, Künstlerische Leitung AGORA: Kurt Pothen, Koproduktion mit LAIKA - theater der zinnen (Premiere 2017)

  • Animal Farm - Theater im Menschenpark! / Animal Farm - théâtre dans le parc humain! Regie: Felix Ensslin mit Daniela Scheuren, Künstlerische Leitung AGORA: Kurt Pothen (deutschsprachige Premiere 2017, französischsprachige Premiere 2018)
  • König Lindwurm / Le Roi Dragon Mise en scène: Ania Michaelis, Künstlerische Leitung AGORA: Kurt Pothen, Koproduktion studiobühne köln (Deutschsprachige Premiere März 2018 / ranzösischsprachige Premiere August 2018)
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